Namhafte Wissenschaftler raten heute, wir sollten aufhören von Freiheit zu reden. Unsere Wahrnehmung, einen freien Willen zu haben, sei schlicht eine Illusion. Sie stützen sich auf die Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen, die von dem berühmten Experiment des amerikanischen Physiologen  Benjamin Libet ihren Ausgang genommen haben. Diese zeigten, dass unser Gehirn entscheidet, bevor uns bewusst werde, dass eine solche Entscheidung getroffen wurde. Wir sollten deshalb aufhören, von Freiheit zu reden und sogar das Prinzip der moralischen Schuld aufgeben.

Ist es schon soweit? Muss der freie Wille aufgrund wissenschaftlicher Befunde als falsifiziert betrachtet werden? Der erste Teil dieses Buches widerspricht dieser Annahme. Wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen, sind bewusste Prozesse der Entscheidungsfindung durch die Ergebnisse der Libet-Experimente und nachfolgender Untersuchungen keineswegs vom Tisch. Sie brauchen einfach nur mehr Zeit. Dadurch mag das Gefühl der Freiheit wieder in uns aufkeimen. Denn intuitiv neigen die meisten Menschen wohl dazu, nur die Entscheidungen als „frei“ zu bezeichnen, die bewusst getroffen werden.

 

Doch stimmt das tatsächlich? Der zweite Teil dieses Buches vertritt eine andere Auffassung. Entscheidungen müssen gar nicht bewusst getroffen werden, um frei zu sein. Denn der freie Wille ist eine Eigenschaft des Lebens. Allerdings nur, wenn wir nicht eingleisig fahren, die Quantenphysik dem Zug des Lebens, wie Ergebnisse der Quantenbiologie inzwischen nahelegen, tatsächliche Möglichkeiten und nicht nur Unvorhersehbarkeiten eröffnet, aus denen er wählen, zu denen er – um im Bild des Zugs zu bleiben – die Weichen stellen kann. Trifft dies zu, wofür gute Gründe sprechen, konstruieren sich Lebewesen in Ausübung ihres freien Willens letztlich selbst – von  ihren einfachsten Formen bis hin zum menschlichen Bewusstsein, wie die Teile III-V dieses Buches zeigen. „Ich will, also bin ich“ – besser noch: „Wollend bin ich“ – müsste es deshalb heißen. 

Es mag überraschen. Aber dieser Gedanke ist durchaus nicht neu. Er findet sich bereits in den  Upanishaden, zu denen der sechste Teil dieses Buches den Bogen schlägt. Dort heißt es: „Der Mensch besteht aus Wollen.“ Trifft das zu, dann ist der freie Wille von allerhöchster Bedeutung. Dann sollten wir auf gar keinen Fall aufhören, von Freiheit zu reden, sondern täten gut daran, unseren Willen zu bilden, wie es auch der altindische Text empfiehlt. Und wie machen wir das? Indem wir uns in Achtsamkeit und Selbsthypnose üben – einem wahren „dream team“ für dieses „Skill your will“. Der letzte Teil dieses Buches gibt ausführliche Anleitungen dazu, wie wir durch diese beiden, unseren bewussten freien Willen aus dem Dornröschenschlaf des Mindwanderings –  Gedankenwanderns – wecken und nutzen können. Mit seiner Hilfe lassen sich alte Erlebens- und Verhaltensweisen ablegen und angemessenere erwerben. Über ihn gewinnen wir Zugang zu unserer Kreativität. Auf der tiefsten Ebene erlaubt er sogar, Erfahrungen in selbstvergessener Versunkenheit zu machen, einem Zustand, in dem „Ich“ nicht mehr oder noch nicht bin. Kurzum: Es lohnt sich unseren Willen zu bilden. Mit ihm besitzen wir das faszinierende Potenzial, unser „Ich“ zu verändern und glücklichere Leben zu führen. Ist er es doch, der uns zu denen macht, die wir sind…

 

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