In wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit der Abteilung für Medizinische Psychologie der Uniklinik Köln führten wir in unserer Praxis zwischen 2010 und 2013 eine durch die Ethikkommission der Ärztekammer Nordrhein genehmigte Studie zur Wirksamkeit von Achtsamkeitstraining und Selbsthypnose in der psychoonkologischen Behandlung durch.


Ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung ist nur eines sicher: Nichts ist mehr sicher. (Angenendt und Tschuschke, 2007). Gerade das Erleben von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein wirkt sich bei Krebspatienten negativ auf ihre Lebensqualität, möglicherweise auch auf ihre Prognose aus. Deshalb solle, so Larbig und Tschuschke, mit den Patienten frühzeitig darauf hingearbeitet werden, die Selbsthilfe zu verstärken, um schließlich vom Therapeuten unabhängig zu werden (2000).

 

Wie aber können Krebspatienten sich selbst helfen lernen? Achtsamkeitstraining und Anleitung zur Selbsthypnose bieten sich, den im September 2014  in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie veröffentlichten Ergebnissen unserer Studie zufolge, als zwei mögliche Ansätze zur Selbsthilfe an (Metten, 2014). Im Anschluss an ein 10-wöchiges Gruppenprogramm, in dem sich die Teilnehmer in  Achtsamkeit und Selbsthypnose übten, war ihre Lebensqualität signifikant gestiegen, Depression und Angstsymptome hatten signifikant nachgelassen. Entsprechende Veränderungen konnten noch 1 Jahr nach Beginn des Gruppenprogramms festgestellt werden.


Achtsamkeitstraining und Selbsthypnose sind deshalb auch weiterhin feste Bestandteile des einzel- und gruppentherapeutischen, psychoonkologischen Angebots unserer Praxis.